Mein geistliches Leben nährt sich aus dem täglichen Stundengebet, der Eucharistie und dem täglichen Meditieren des Tagesevangeliums. Die Belastungen des Tages und der Woche erfahren in der Rhythmik des Gebets eine Entschleunigung. Für einen kurzen Moment des Innehaltes im inneren Dialog mit Jesus Christus scheint die Welt still zu stehen. Gott wird mein Atem.

Neben dem täglichen Gebet bin ich dankbar für eine kleine Gebetsgemeinschaft in der Klaragemeinde (Gruppe Abendgebet), die sich monatlich zum Beten mit Taizè-Liedern und persönlichem Austausch trifft.

Der Diakon wird auch als Diener des Kelches bezeichnet. Das Bereiten des Altars ist mehr als ein organisatorischer Akt während der Liturgie. Der Kelch symbolisiert das Leiden der Welt. Jesus Christus hat beim letzten Abendmahl Wein gereicht als Ausdruck seiner leidenschaftlichen Hingabe für uns Menschen. In der Verbindung von Wein mit Wasser haben wir Anteil an dieser Leidenschaft Gottes: "Wie dieses Wasser sich mit dem Wein verbindet zum heiligen Zeichen, so lasse uns dieser Kelch teilhaben an der Gottheit Christi, der unsere menschliche Natur angenommen hat." (Gebet des Diakons bei der Bereitung des Kelches). Wenn ich in der Eucharistie den Kelch erhebe zum Abschluss des Hochgebets (Doxologie) kommt die besondere Bedeutung Jesu als "christos diakonos" für uns alle zum Ausdruck. Meine Sehnsucht ist es, dieses gnadenreiche Geheimnis immer tiefer zu erfahren.